psychotherapeutische

Praxis

für Kinder und Jugendliche

Angelika Reich
Psychotherapeutin
Josephstraße 40
04177 Leipzig
Telefon: 0341-604 622 08
Telefax: 0341-604 622 09

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

 

EMDR ist eine sehr schonende, ressourcenorientierte  Möglichkeit, traumatische und belastende Erfahrungen, verbunden mit negativen Kognitionen (Einstellungen/Aussagen über sich selbst, z.B. „Ich bin schlecht“, „Ich habe selber Schuld“) relativ schnell zu verarbeiten, so dass aus einer belastenden Erfahrung eine unbelastete wird und sich die negative Einstellung sich selbst oder dem Leben/der Umgebung gegenüber positiv verändert.

Traumatische und belastende Erfahrungen machen Angst, traurig, wütend, blockieren die Entwicklung und Kreativität. „Das fühlt sich an, wie lauter kleine schwarze Schachteln in meinem Kopf“
Verarbeitete Erfahrungen dagegen fühlen sich an, als habe man „ein großes freies Feld vor sich mit allen Möglichkeiten der Entwicklung, die es gibt. Die schlimmen Dinge liegen hinter einem und man kann frohen Mutes dieses neue Feld bearbeiten.“

So wird eine belastende Erfahrung/Trauma mit EMDR verarbeitet (vereinfacht dargestellt)
1)  Es wird festgelegt, welches Erleignis heute verarbeitet werden soll
2)  Es wird der schlimmste Moment des Ereignisses bestimmt
3)  Es wird die dazugehörige negative Kognition gefunden („Was denkst Du jetzt schlimmes, schlechtes oder   schwieriges über Dich, wenn Du daran denkst?“)
4)  Es wird eine positive Kognition gefunden („Was möchtest Du statt des Schlimmen, Schlechten lieber über Dich denken?“) und evtl. mit einem positiven Bild/Erinnerung verbunden
5)  Es wird die Stimmigkeit der positiven Kognition auf einer Skala festgelegt
6)  Es werden die zu dem zu verarbeitenden Ereignis und der negativen Kognition gehörenden Gefühle gesucht
7) Der Grad der Belastung zum jetzigen Zeitpunkt wird auf einer Skala festgelegt   (0 bis 10)
8)  Es werden die entsprechenden Körperempfindungen lokalisiert   („Wo spürst Du das jetzt in Deinem Körper?“)
9)  Das Ereignis wird mithilfe von Augenbewegungen oder dem sog. „tappen“ verarbeitet, bis der Grad der Belastung auf  „0“ ist
Augenbewegungen: der Therapeut/die Therapeutin sitzt in einem bestimmten Abstand zum Kind  und bittet es, den sich hin- und her bewegenden Fingern der Therapeutin  zu folgen
tappen:  der Therapeut/die Therapeutin tippt abwechselnd in schnellem oder langsameren Tempo auf die Knie des Kindes
10)  Die positive Kognition wird mit der Ausgangssituation (schlimmstes Bild) verknüpft und mithilfe von Augenbewegungen oder tappen „verankert“, so dass eine Ressource entstehen kann

 

EMDR  wird eingesetzt bei Traumatisierungen wie:

 

Unfälle
Verlust von Bezugspersonen
Miterleben von Gewalt
emotionale und/oder körperliche Vernachlässigung
Leben mit psychisch kranken Elternteilen
Mißhandlung
Mobbing  
sexuelle Gewalt
Herausnahme aus der Familie
Störungen des Selbstwertgefühls (Ursache sind meistens konkrete Erlebnisse, die zu einer Herabsetzung und Abwertung geführt haben)

aber auch bei
Störung des Sozialverhaltens/dissoziales, aggressiv/impulsives  Verhalten
(Ursachen für aggressives Verhalten sind i.d.R. nichtverarbeitete Traumatisierungen, die das sogenannte  „Notfallprogramm“ im Kopf aktivieren und deshalb bei Betroffenen meistens  ungewollt und nicht steuerbar sind.)

Albträumen,   Ängsten,   Phobien,   Zwängen,   Tics, …..

Letztendlich aber kann jedes Erlebnis traumatisch erlebt werden bzw. nicht verarbeitet worden sein.
Eine „Bewertung“ von außen sollte deswegen nicht stattfinden

 

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit mit EMDR ist die Ressourcenarbeit.
Ressource bedeutet „Zurück zur Quelle“
Ressourcen sind positive, gute Erfahrungen, die im Körper als Wohlgefühl gespeichert sind

Dies können sein:
Freude   Gück  Mitgefühl             
ich kann etwas       
schöne Erinnerungen                  
das habe ich geschafft
Modellvorstellungen und Vorbilder (so will ich sein)       
gut gemacht         
bewältigt     
Kraft- oder Lieblingstier, innere Helfer                
eine wohltuende Umgebung und einen sicheren Ort finden  usw.

 

Beim EMDR können verschiedene konkrete Ressourcenübungen angewendet werden (angestrebt wird ein sog. „Ressourcennetzwerk“)
Es können aber auch einezelne Ressourcen mithilfe von Augenbewegungen oder tappen verankert werden.