psychotherapeutische

Praxis

für Kinder und Jugendliche

Angelika Reich
Psychotherapeutin
Josephstraße 40
04177 Leipzig
Telefon: 0341-604 622 08
Telefax: 0341-604 622 09

Traumazentrierte Spieltherapie


Das (freie) Spiel gehört zu den angeborenen Fähigkeiten und ist für die Entwicklung eines Kindes von großer Bedeutung.
Im freien Spiel zeigt sich die kindliche Seele – somit auch alles, was dem kindlichen Bewußtsein nicht zugänglich ist.
Hierzu können auch das Ausagieren bzw. „darstellen“ erlebter Traumatisierungen gehören.
In der traumazentrierten Spieltherapie werden dem Kind Raum und Möglichkeiten gegeben, Traumatisierungen zu verarbeiten.
Hier darf es, wenn es schwach war, stark sein und den Teddy verprügeln (Täter-Opfer-Umkehrung),  
-oder es darf fürsorglich nachversorgt werden, wenn es das nicht erlebt hat  

-oder es kann spielerisch seine Grenzen verteidigen und jeden bestrafen, der diese verletzen will, wenn es Grenzüberschreitungen in der Vergangenheit erlebt hat (Sicherheitserleben verbessern).

Bei dieser Form der Spieltherapie schlüpfen die Kinder immer leibhaftig in die entsprechenden Rollen und auch der Therapeutin wird eine zugewiesen.
Dies geschieht i.d.R. mit den dazugehorigen Verkleidungen und dem Aufbau der „richtigen Kulisse“.
Für das Erleben und die Verarbeitung ist das eine wichtige Notwendigkeit, denn es ist ein Unterschied, ob „ich selbst“ -  mit meinem eigenen Körper - den Bösen verjage (und somit mit all meinen Sinnen beteiligt bin) oder dies mit Püppchen im Sandkasten tue.

 

Durch die traumazentrierte Spieltherapie 

  • sinkt der innere Stress
  • macht das Kind  (leibhaftige) neue Erfahrungen, durch die alte (negative) „überschrieben“ werden
  • sinkt die psycho/somatische Symptomatik
  • erhöhen sich Selbstwert und Selbstwirksamkeit
  • verbessern sich soziale Kompetenzen  usw.
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    Beispiel (Auszug) aus einer Kindertherapie:
    Ein 8-jähriges Pflegekind, das in seiner Herkunftsfamilie vernachlässigt und körperlich mißhandelt wurde, spielt in der traumazentrierten Spieltherapie immer wieder „Häschen“: Es selbst ist das kleine Hasenkind, das seine Mutter verloren hat und durch den Wald irrt. Mit Decken und entsprechendem Material wird ein Wald im Spielzimmer nachgebaut. Das Kind hat eine braune „Häschendecke“ umgelgt und sich einen Namen ausgesucht: „Schnuffi“. Das kleine verlorenen Häschen kriecht müde und hungrig durch den Wald und gibt jämmerliche Tönchen von sich. Es hat Angst vor dem Fuchs, kann sich aber nicht alleine in Sicherheit bringen, weil „es ja noch zu klein ist und manchmal auch nicht laufen kann“. Da trifft es zum Glück auf eine große Hasenmama, „die hat keine Kinder und wartet nur darauf, eins zu kriegen“.
    Diese wird von der Therapeutin (ebenfalls in eine braune Decke und ein braunes Kopftuch gekleidet)gespielt. Die Hasenmama „Schnuffa“  nimmt das Kind mit in ihren Bau (in der zweiten Stunde vorher von Kind und Therapeutin sorgsam aufgebaut und mit „schönen Sachen“ ausgestaltet) und versorgt es dort mit Essen und Spielsachen. Insgesamt drei Stunden verbringt das Kind in dem sicheren Hasenbau und läßt sich nachversorgen, bis es anscheinend genug ist.
    In der nächsten Phase werden Hasenmutter und -kind immer wieder von Wölfen, Füchsen und Jägern angegriffen, und es geht darum, das Leben des kleinen Hasen zu verteidigen und zu sichern....